Ein Raspberry Pi lässt sich für viele kleine Anwendungen im Alltag nutzen. Hier möchte ich einen Einblick in meine Nutzung geben und zeigen, was dieser Einplatinen-Computer alles kann!
Umgebung
Ich nutze den Raspberry Pi 5 mit 4 GB RAM, 64 GB MicroSD und einer angeschlossenen 1 TB SSD. Als Betriebssystem setze ich Raspberry Pi OS Lite (ohne grafische Oberfläche) ein.
Software
Auf dem Raspberry Pi lässt sich fast alles von A bis Z installieren. Hier sind meine bisherigen Installationen.
Pi-hole + Unbound
Als Erstes habe ich Pi-hole und Unbound installiert.
Pi-hole ermöglicht es, Anfragen auf DNS-Ebene zu blockieren und so Werbung oder Tracker zu filtern. Dafür müssen passende Blocklisten eingebunden werden. In vielen Foren findet man Empfehlungen zu unterschiedlichen Listen. Damit der Internetverkehr über Pi-hole gefiltert werden kann, muss der Raspberry Pi als DNS-Server im Router hinterlegt werden.
Auf dem Dashboard sieht man den Datenverkehr sowie verschiedene Statistiken.

Natürlich bietet Pi-hole noch viele weitere Funktionen. In diesem Beitrag gehe ich nur auf die Features ein, die ich selbst nutze.
Unbound ergänzt Pi-hole als rekursiver DNS-Resolver. Es fragt die benötigten Informationen Schritt für Schritt direkt von den Root-Servern, den zuständigen TLD-Servern und schließlich vom autoritativen Server ab. Dadurch ist man unabhängig von externen Resolvern wie Google oder Cloudflare. Die erhaltenen IP-Adressen werden im Cache gespeichert. Die erste Anfrage dauert dadurch minimal länger (Millisekunden-Bereich). Bei weiteren Anfragen steht die Adresse aus dem Cache sofort zur Verfügung.
Docker
Weitere Anwendungen habe ich in Docker-Containern installiert. Docker vereinfacht durch Docker Compose die Konfiguration und bietet durch isolierte Container zusätzliche Vorteile.
Home Assistant
Mit Home Assistant überwache ich meinen Raspberry Pi. Angezeigt werden Temperatur, Arbeitsspeicher, CPU-Auslastung und mehr. Außerdem nutze ich typische Smart-Home-Anwendungen wie die Anzeige der günstigsten Tankstellen in der Umgebung oder die Steuerung des Smart-TV.

Nextcloud
Hier kommt die 1 TB SSD ins Spiel. Ich habe sie in zwei Partitionen mit je rund 500 GB geteilt. Auf der ersten Partition liegen die Daten von Nextcloud. Nextcloud ist eine umfassende Plattform (Groupware-Lösung), die sich lokal betreiben lässt.
Ich selbst nutze Nextcloud jedoch hauptsächlich als private Cloud.
Ein praktisches Feature sind zusätzliche Apps. Besonders hilfreich fand ich MediaDC, ein Tool zur Erkennung doppelter oder ähnlicher Fotos und Videos. Damit konnte ich hunderte Duplikate löschen. Die App gruppiert ähnliche Dateien übersichtlich, sodass man leicht entscheiden kann, welche bleiben und welche entfernt werden.
Jellyfin
Auf der zweiten Partition liegen die Daten von Jellyfin. Jellyfin ist ein lokaler Medienserver, über den Inhalte gestreamt werden können. Über Apps für Smartphone oder Smart-TV lassen sich Videos und Fotos abrufen. Für Filme und Serien lädt Jellyfin automatisch Beschreibungen, Cover und Fanart herunter – quasi wie ein eigener Streamingdienst zu Hause.
Ich nutze Jellyfin allerdings nicht für Filme oder Serien, sondern für Diashows und Urlaubs-/Ausflugsvideos. Es ist immer schön, solche Aufnahmen noch einmal anzusehen oder sie Freunden und Familie zu zeigen.
Fehlgeschlagene Software
Auch andere Software habe ich ausprobiert, z. B. Ollama. Die Installation klappte problemlos, jedoch reicht die Rechenleistung des Raspberry Pi 5 nicht aus, um große Sprachmodelle in akzeptabler Geschwindigkeit laufen zu lassen. Das war mir zwar bewusst, dennoch wollte ich testen, wie weit sich der Pi ausreizen lässt.
Fazit
Der Raspberry Pi ist bei meinen bisherigen Anwendungen kaum ausgelastet. Künftig werde ich sicher weitere Software installieren.
Das Projekt ist nicht nur im Alltag nützlich, sondern bietet auch viele erste Schritte mit Linux und Docker (bzw. Docker Compose). Ich kann einen solchen kleinen Home-Server nur empfehlen: Es macht Spaß, alles nach eigenen Bedürfnissen einzurichten. Man sollte jedoch eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen – manchmal klappt eine Installation auch nach dem dritten Versuch nicht sofort.